Die Tradition der Flechtmöbel lässt sich über viele Jahrhunderte zurück verfolgen. Selbst die alten Ägypter schätzten schon die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten der biegsamen Naturfasern. In Deutschland erlebten Flechtmöbel besonders ab den 50er Jahren ihre Blütezeit: Möbelklassiker, wie der Papasan, der Schaukelstuhl oder der Ohrensessel waren damals aus keinem Haushalt wegzudenken. Viele Menschen verbinden daher nostalgische Erinnerungen an ihre Kinder- und Jugendzeit mit den bequemen Sitzmöbeln. Das ist vermutlich einer der Gründe, wieso diese Klassiker seit einigen Jahren wieder vermehrt gekauft und produziert werden, wie Fachhändler immer öfter zu berichten wissen.
Der Schaukelstuhl ist der Kandidat mit der ältesten Geschichte. Denn bereits die Pilgerväter in Amerika schätzten zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Bequemlichkeit des „Stuhls auf Kufen“. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist dieser noch heute ein bevorzugter Rückzugsort, den man besonders häufig im Wohnbereich oder Wintergarten findet. Viele werden sich noch daran erinnern, wie die Großeltern im Schaukelstuhl auf der Terrasse oder abends vor dem Kamin saßen und holen sich diese Bilder mit Hilfe des Schaukelstuhls wieder ins Gedächtnis zurück. Damals, wie heute, wird der Schaukelstuhl klassischerweise aus robustem Rattangeflecht hergestellt. Selbst die stabilen Rattanstangen sind so biegsam, dass aus ihnen die Kufen, die geschwungenen Armlehnen und die Rückenlehne geformt werden können. Die Gestalt des Schaukelstuhls hat sich seit den Anfängen kaum verändert. Und selbst, wenn es auf dem Markt extravagante Variationen des Möbelklassikers gibt, greifen die meisten Kunden am liebsten auf ein traditionelles Produkt aus Flechtmaterial zurück.
Auch der Ohrensessel gehört zu den absoluten Möbelklassikern. Dennoch ist seine Produktion aus Naturfasern noch nicht so alt, wie die klassische Variante aus dunklem Leder, wie sie in den englischen Landhäusern oft Verwendung fand. Der bequeme Sessel, der meistens dem Hausherren vorbehalten war, hatte aber einen entscheidenden Nachteil: er war klobig und außerdem viel zu schwer, um ihn von einem Ort an den anderen rücken zu können. Aber gerade diese Flexibilität schätzen wir Deutschen spätestens seit den 50er Jahren, als auch der Ohrensessel aus Flechtmaterial seine Blütezeit erlebte. Heute wird das Sitzmöbel, das sich durch seine hohe Rückenlehne, sowie die Kopfstützen an beiden Seiten auszeichnet, von allen Familienmitgliedern genutzt. Entweder als bequemer Fernsehsessel, Ort zum Lesen oder Entspannen. Und bei schönem Wetter kann dieser dann schnell und unkompliziert ins Freie geräumt werden.
Zur eindeutig jüngeren Generation gehört der in den 50er Jahren erstmals produzierte Papasan, von dem in den wilden 70ern in fast jedem Jugendzimmer einer zu finden war. Als Grundlage dient auch bei den heutigen Modellen ein zylinderförmiges Rattangestell, auf welches die großflächige Rattanschale einfach aufgelegt wird. Diese bietet besonders in Verbindung mit einer Polsterauflage besonders viel Komfort. Aufgrund der immer weiter steigenden Nachfrage haben die Hersteller mittlerweile auch kleinere Papasan-Sessel für das Kinderzimmer produziert, solche aus buntem Rattangeflecht für den extravaganten Geschmack, oder die Variante aus wetterfestem Polyrattan, die dann problemlos im Außenbereich eingesetzt werden kann, ohne dass sich das Material durch UV-Strahlung oder Regen verfärben würde. So bietet der Kultsessel nicht nur Bequemlichkeit in jedem Raum des Hauses, sondern auch draußen im Garten, der Terrasse oder dem Balkon.
